“Hammer and Dance” statt Durchseuchung

Last updated on 6. April 2020

Noch immer ist die Idee der Durchseuchung weit verbreitet. Hatte diese doch Mitte März an Popularität gewonnen, weil damit gleichzeitig die Vorstellung von einer Herdenimmunität einhergeht.

Dennoch wäre dies nicht nur ein sehr langatmiges Szenario, sondern auch eines, welches mit erheblichen Risiken einhergeht. Dazu zählen beispielsweise mögliche Folgeschäden bei Betroffenen mit intensivmedizinischer Behandlung.

Das Ende März bekanntgewordene Strategiepapier der Bundesregierung beschreibt jedoch das Szenario “Hammer and Dance” als deutlich vorteilhafter.

Angestrebt wird demzufolge, bis nach Ostern “mit dem Holzhammer” die Ausbreitung des Virus massiv einzudämmen und den Reproduktionsfaktor unter 1 zurückzuführen.

Im Anschluss ist mit gelockerten Maßnahmen ein Reproduktionsfaktor zwischen 0,5 und 0,8 der angegebene Simulationsbereich des Papiers. Damit ist auch für die Zeit nach Ostern nicht damit zu rechnen, dass eine Durchseuchungsstrategie angestrebt wird.

Vielmehr ist eine weitere Eindämmung der Verbreitung mit dann differenzierteren Maßnahmen anzunehmen.

+++Update+++

Andreas Wenzel Verfasst von:

Entwickelt und prüft als Consultant seit mehr als 15 Jahren Risikoquantifizierungs- und -steuerungsmodelle im bankaufsichtlichen Kontext.