Reproduktionszahl Deutschland

Die Reproduktionszahl-Schätzung für Deutschland folgt einem fortgeschrittenen Ansatz. In der filigran abgestimmten Parametrisierung verschmelzen Praxiserfahrung, gesunder Menschenverstand und analytischer Scharfsinn.

Aktuelle Reproduktionszahl für Deutschland

Für die Ausbreitung des Coronavirus ergibt sich folgende Reproduktionszahl-Schätzung sowie Vorschau. (Falldaten: RKI jeweils 0:00 Uhr)

Berichtstag R (7d) 5% | 95%
heute 0,92 0.83 | 1.01
Vorschau 0,92 0.80 | 1.04

Reproduktionszahl Historie

Reproduktionszahl im Zeitverlauf (7 Tage R)

Modell-Anpassungen: Neueste Änderungen (29.06.2020)

Das Mapping für Fälle ohne bekannten Erkrankungsbeginn wurde etwas dynamischer adjustiert, um Veränderungen des Meldeverhaltens im Zuge von besonderen Ausbruchsgeschehen wie in Gütersloh stärker zu antizipieren.

Während des Ausbruchs in Gütersloh hatte sich bei vergleichsweise großer Fallzahl durch das Massentesting ein deutlich zügigeres Diagnose-/Meldeverhalten gezeigt. Durch gleitende und bislang rechtszentrierte Ermittlung der Verteilungsfunktionen, welche auf das Mapping von Fällen ohne bekannten Erkrankungsbeginn angewendet wurde, hat das Modell die Reproduktionsraten während des Anstiegs der Fallzahlen vorübergehend etwas unterschätzt (betrifft Erkrankungsbeginn 15. und 16.6., vgl. Ex-Post-Analysen unten).

Wenngleich die Unterschätzung teilweise deutlich geringer ausgefallen ist als die Überschätzungen in anderen Modellen, sollte es gerade im Falle von neuen Ausbrüchen möglichst wenige Unterzeichnungen geben, um die Signalwirkung der Kennzahlen zu gewährleisten.

Aus dem Grund wird das Zeitfenster für die Ermittlung der Mapping-Verteilungsfunktion um einen Tag nach rechts versetzt. Diese Anpassung sollte in einem solchen Szenario bewirken, dass ein sich ein änderndes Diagnose- und Meldeverhalten bereits früher auf gemeldete Fälle ohne bekannten Erkrankungsbeginn angewendet wird und sich diese Dynamik ebenso zeitiger in der Reproduktionszahl niederschlägt.

Die Umstellung erfolgt zunächst testweise. Im Rahmen der aktuell laufenden Gegenbewegung in Folge des Ausbruchsgeschehens in Gütersloh sollten Auswirkungen auf die Prognosegüte zeitnah bewertet werden können. Ziel ist es, starke Unter- oder Überzeichnungen der Reproduktionszahl weiterhin zu vermeiden und aktuelle Trends dennoch zeitnah abzubilden.

Covid19-Fälle im Modell

(Eingangsdaten für das Modell: RKI)

Corona Falldaten im Modell (7 Tage geglättet)

Die Fallzahlen: Erläuterungen

Dieser Ansicht können Sie entnehmen, mit welchen Fallzahlen das Modell die Reproduktionszahl geschätzt hat.

Die Zahlen bestehen aus Fällen mit bekanntem Erkrankungsbeginn, solchen ohne bekanntem Erkrankungsbeginn ("Mapping") und Fällen aus der Hochrechnung für die jüngsten Tage (Nowcasting).

Zur Ermittlung der stabilen 7-Tage-Reproduktionszahl werden die Stichtagsdaten über 7 Tage nachlaufend rollierend geglättet.

R-Zahl Schätzungen im Zeitverlauf

Ex-post View (7-Tage-R)


Das Modell wurde per 29. Juni (Erkrankungsbeginn 24.) neu justiert. Verschiebungen zwischen betreffenden Verläufen sind vordergründig darauf zurückzuführen.

Reproduktionszahl-Schätzungen: Erläuterungen

Die Reproduktionszahlen werden täglich für die gesamte Historie neu geschätzt. Werden beispielsweise noch Fälle für zurückliegende Zeitpunkte bekannt, ändert sich auch die Einschätzung für die Reproduktionszahl. Ähnliches gilt, wenn für jüngere Stichtage mehr oder weniger Erkrankungen eintreten als vom Modell prognostiziert wurde (Nowcasting). Auch Anpassungen in den Modellannahmen werden hier sichtbar.

Prognosegüte

Für Freunde und Experten der prädiktiven Analytik ist diese Ansicht vermutlich die wirklich spannende. Sie ermöglicht tiefere Einblicke in die Prognosegüte und das Verhalten des Modells. Aufgrund der Umstellung auf ein vollautomatisiertes Modell füllen sich die Stichtage sukzessive.

Aktuelle Reproduktionszahlen des RKI

RKI - Ex-post View (7-Tage-R)

R-Schätzungen des Robert Koch-Instituts

Die jüngsten Reproduktionszahl-Schätzungen aus dem Nowcasting des Robert Koch-Instituts (7-Tage-Reproduktionszahl) zeigen Ihnen die aktuelle Schätzung sowie frühere Schätzungen und Veränderungen.

Datenquelle: Robert Koch-Institut 

PDF zur Reproduktionszahl

Reproduktionszahlen im PDF-Bericht als Download

Reproduktionszahl Deutschland (PDF)

Täglicher Bericht zur Entwicklung der Reproduktionszahl in Deutschland als PDF-Download.

Reproduktionszahl Bundesländer (PDF)

Täglicher Bericht zu den Reproduktionszahlen für die Bundesländer als PDF-Download.

Methodische Hinweise

Allgemeine Anmerkung

Bitte beachten Sie, dass die gesamte Verteilung täglich neu geschätzt wird. Auch Reproduktionszahlen für frühere Stichtage unterliegen sich verändernden Einschätzungen. Insofern empfiehlt sich immer der Blick auf die gesamte Zeitreihe und auf den Trend, welcher sich abzeichnet. 

Ansatz der Schätzung

Die Schätzung für Deutschland erfolgt mittels eines fortgeschrittenen Ansatzes auf Basis des Erkrankungsbeginns. Die 7-Tage Reproduktionszahlen setzten die Erkrankungen der vergangenen 7 Tage ins Verhältnis zu einem ebenfalls 7-tägigen Zeitfenster vier Tage zuvor. 

Soweit für Fälle kein Erkrankungsbeginn bekannt ist, werden gemeldete Fälle entsprechend des aktuell typischen Zeitversatzes zwischen Erkrankungbeginn und Meldestichtag auf mehrere Stützstellen verteilt ("Mapping"). Das Mapping erfolgt adaptiv auf Basis der Erfahrungswerte des jeweiligen Stichtags und der vergangenen sechs Tage.

Falldaten

Herangezogen werden automatisch bereitgestellte Meldedaten des Robert Koch-Instituts bis jeweils 0:00 Uhr. Die Reproduktionszahlschätzung bezieht Fälle mit Erkrankungsbeginn bis drei Tage vor dem Berichtsstichtag ein. Aus der gleitenden Ermittlung ergibt sich für den mittleren Erkrankungsbeginn ein zusätzlicher Zeitversatz, welcher mit einem (7d R) bzw. zwei Tagen (Woche/Vorwoche-R) angenommen wird.

Prädiktionsintervall (5% - 95%):

Reproduktionszahlen verstehen sich als Schätzung eines mittleren Infektionsgeschehens. Daher unterliegen diese Schätzungen Unsicherheiten. Das bedeutet, sich die echte Reproduktionsrate in einer gewissen Streubreite um die vorgenommene Schätzung herum bewegen wird.

Das Prädiktionsintervall beschreibt den Bereich dieser Streubreite, welcher in nicht mehr als 5% der Fälle unterschritten und in 95% der Fälle nicht überschritten wird. 

Das angegebene Prädiktionsintervall wird aus empirischen Abweichungen des Nowcastings abgeleitet, beruht jedoch noch auf einem relativ kurzen Stützzeitraum, welcher aufgrund der jüngsten Ausbrüche und der damit verbundenen großen Schwankungsbreite der Reproduktionszahl als konservativ und trendfrei angesehen werden kann.

Hochrechnung der Neuinfektionen

Die Hochrechnung der Neuinfektionen auf den heutigen Tag beschreibt, wie viele Ansteckungen heute unter Berücksichtigung der geschätzten Reproduktionszahl etwa stattfinden würden,  Die Hochrechnung ergibt sich unter Berücksichtigung des Meldeverzugs der bereits bekannten Fälle nach Erkrankungsbeginn als auch unter Einbeziehen einer mittleren Inkubationszeit.

Dieser Indikator ist insbesondere bei steigenden Reproduktionszahlen hilfreich, um abzuschätzen welche Entwicklungen sich bereits während der sogenannten Time Lags bis heute ergeben würden.

Alle Angaben ohne Gewähr.